27.11.17 13:02 Alter: 19 days

Brennstoffzellen-Heizgeräte: für Ein- und Zweifamilienhäuser interessant

Kategorie: öffentlich

 

Blockheizkraftwerke (BHKW) erzeugen Strom und heizen mit der Abwärme. Den Brennstoff nutzen sie daher um 30 Prozent besser aus als konventionelle Heizkessel. Jetzt drängt eine neue Generation dieser Technologie auf den Markt. Ausgestattet ist sie mit Brennstoffzellen, die effizienter und umweltfreundlicher arbeiten. Darauf weist das vom Umweltministerium Baden-Württemberg geförderte Informationsprogramm Zukunft Altbau hin.

Für Ein- und Zweifamilienhäuser werden die Brennstoffzellen-Heizgeräte immer interessanter: Die Kosten haben sich in den vergangenen Jahren halbiert, erste Produkte sind mit der attraktiven Bundesförderung inzwischen nicht viel teurer als konventionelle Heizungen. Das zeigt sich auch in der Nachfrage. Nach Branchenangaben werden im Jahr 2017 insgesamt 1.500 neue Brennstoffzellenheizungen installiert.

„Die Vorteile von Mikro-BHKW sind bei fachgerechter Planung immens, aber meist noch wenig bekannt“, sagt Jörg Knapp vom Fachverband Sanitär-Heizung-Klima Baden-Württemberg. „Die Anlagen gehen einen bedeutenden Schritt weiter als konventionelle Heizungen und produzieren Strom und Wärme zugleich.“ Für Brennstoffzellen-Heizgeräte spricht laut Zukunft Altbau der noch höhere Wirkungsgrad. Gegenüber BHKW mit Verbrennungsmotor steige der elektrische Wirkungsgrad von rund 30 auf bis zu 60 Prozent.

Brennstoffzellen-Heizgeräte sind etwa doppelt so groß wie ein Kühlschrank und können anstelle des vorhandenen Wärmeerzeugers im Haus installiert werden. Ein Reformer im Heizgerät spaltet das Erdgas in Wasserstoff und Kohlendioxid auf. Aus dem Wasserstoffgas entsteht dann bei einer elektrochemischen Reaktion in der Brennstoffzelle Strom und Wärme. Prinzipiell kann eine Brennstoffzelle auch erneuerbare Energieträger nutzen: Regeneratives Methan oder aufbereitetes Biogas sind zukünftig eine klimafreundliche Brennstoffalternative für die Kleinkraftwerke im Keller.

„Steht in den nächsten Jahren ein Heizungstausch an, sollten Hauseigentümer daher mit Experten prüfen, ob sich die Technik bei ihnen wirtschaftlich betreiben lässt“, empfiehlt Frank Hettler von Zukunft Altbau.

Informationen: www.zukunftaltbau.de, www.praxistest-brennstoffzelle.de