Erste Holz-Metall-Elektro-Jugendwerkstatt




Abbildung 1:SHK-Ausbildungsbeauftragter Martin Schweikhardt, Oberbürgermeister Hans Jürgen Pütsch und Miguel Rodriguez schauten den Jugendlichen über Schulter und waren vom Engagement der Jugendlichen überrascht.
 
Rastatt (hr) – Drei spannende Samstage sind für die acht Schülerinnen und vier Schüler der August-Renner-Realschule beziehungsweise der Gustav-Heinemann-Schule in der Holz-, Metall und Elektrowerkstatt (HME) an der Josef-Durler-Schule viel zu schnell vergangen.

Nach dem Vorbild der auf Initiative der städtischen Schulsozialarbeit seit fünf Jahren zweimal jährlich überaus erfolgreich an der Gewerbeschule Bühl durchgeführten SHK-Jugendwerkstatt, wurde an drei Samstagen, jeweils von 10 bis 13 Uhr, die erste HME-Jugendwerkstatt an der Josef-Durler-Schule mit personeller und finanzieller Unterstützung der Schreiner-Innungen Rastatt/Baden-Baden/Bühl, der Innung für Klempnerei, Sanitär- Heizungs- und Klimatechnik Rastatt/Baden-Baden/Bühl sowie der Innung für Elektro- und Informationstechnik Mittelbaden sowie jeweils vier Auszubildenden der einzelnen Berufe durchgeführt.
Am ersten Samstag haben sie, angeleitet von den Fachlehrern Reiner Genzinger und Hans-Christian Böckel, das Holzgehäuse für die Uhr mit individueller Gravur angerissen, ausgesägt, gebohrt, gezapft und geölt und auf der CNC-Fräsmaschine individuell graviert.

Am zweiten Samstag hat Fachlehrer Michael-Marco Kölmel über den Beruf eines Metallbauers und der Ausbildungsbeauftragte der SHK-Innung Martin Schweikhardt über die Aufgaben eines Anlagenmechanikers Sanitär Heizung Klima informiert. Beide haben anschließend mit den Jugendlichen angeleitet das Ziffernblatt zu entgraten, die Bohrlöcher anzureißen, zu bohren und die Oberfläche zu bearbeiten. Begeistert haben sie zugesehen, wie Kölmel auf einer CNC-Plasma-Schneidmaschine eine Figur aus einer Blechtafel ausgeschnitten hat.
Am letzten Samstag hat ihnen Elektro-Fachlehrer Kim-Matthias Ams die vier Tätigkeitsfelder eines Elektronikers/-in und eines Informationstechnikers/-in vorgestellt, mit den Jugendlichen Bauteile für die Steuerung der Dioden in der richtigen Reihenfolge auf eine Platine gelötet, das Uhrwerk, die Leuchtdioden, ein Schalter und die Batterien eingebaut. Groß war die Freude bei denen, deren Dioden auf Anhieb blinkten. Die anderen mussten "Nachsitzen". Es zeigte sich, es kommt nicht auf schnelle-, sondern auf saubere Arbeit an! Bei einigen mussten erst "kalte" Lötstellen gefunden und die Fehler behoben werden, bevor alle strahlend nach Hause gingen.

„Bauchweh hatte ich am ersten Samstag bei den Arbeiten für den Holzsockel der Uhr an der großen Kreissäge in der Schreiner- und am zweiten Samstag an den Bohrmaschinen in der Metallwerkstatt“, berichtete Oberstudiendirektor Gerold A. Wendelgaß, der seinen Kollegen ein hohes Maß an Fingerspitzengefühl bescheinigte. Sie haben es geschafft, die Sicherheit im Auge zu behalten, den Jugendlichen trotzdem das Arbeiten an den großen Maschinen in authentischer Umgebung zu ermöglichen und Aufgaben gefunden, die nicht zu einfach aber auch nicht zu schwierig waren.

„Mit Holz und Metall zu arbeiten hat riesigen Spaß gemacht, die elektronische Schaltung zu bauen war mal richtig der Hit“, sagte ein Jugendlicher Oberbürgermeister Hans Jürgen Pütsch, der zusammen mit Vertretern der Innungen und der Schulleitung am Abschlusstag den Jugendlichen über die Schulter schaute. Pütsch gratulierte den Fachlehrern (Holz), (Metall) und (Elektro) für das gelungene Werk, den Jugendlichen zu zeigen, dass mehrere Berufe ineinandergreifen und anschließend ein gemeinsames tolles Werkstück entsteht. Angesichts der Freude mit der die Jugendlichen am Werk waren, sicherte Pütsch den Innungsvertretern und der Josef-Durler-Schule die weitere Unterstützung der Stadt zu.

Mit den Jugendwerkstätten wollen wir unseren jungen Menschen in den siebten und achten Klassen die Berufsorientierung erleichtern und ihre Chancen auf einen sichereren Ausbildungsplatz verbessern, erzählte Miguel Rodriguez von der Schulsozialarbeit der Stadt Rastatt, der zusammen mit Bürgermeister Arne Pfirrmann 2011 die ersten Ideen entwickelte, die vom Obermeister der SHK-Innung Hans-Albert Fritsch, seinem Ausbildungsbeauftragten Martin Schweikhardt und den Fachlehrern der Gewerbeschule Bühl realisiert wurde. „Für uns hat sich das finanzielle und personelle Engagement gelohnt, wir konnten in dem Zeitraum unsere Schülerzahlen im ersten Lehrjahr von 24 auf über 30 steigern. Angenehmer Nebeneffekt, in den Schulen in Rastatt, Bühl, Sinzheim, Hügelsheim und Gernsbach, die sich bisher an den Jugendwerkstätten beteiligt haben, wird über unser Handwerk gesprochen“, zeigten sich der Obermeister und der Ausbildungsbeauftragte der SHK-Innung überzeugt.

Mit dem zweiten Standbein in Rastatt können wir künftig noch mehr Jugendliche zu einem „Schnuppertraining“ in einem Handwerksberuf motivieren, ist Heike Tafler überzeugt. Zwischenzeitlich hat sich aus ihrer Sicht eine wunderbare Arbeitsteilung eingespielt:  Die SHK-Innung organisiert, die Mitarbeiterinnen der Schulsozialarbeit werben in den Klassen für die Jugendwerkstatt und sorgen für die An- und Abreise der Teilnehmer. Die Fachlehrer der Schule übernehmen die Vorbereitung und zusammen mit Meistern der Innung und Auszubildenden die Anleitung der Schüler, berichtete Heike Tafler die in Rastatt die Schulsozialarbeit koordiniert.

Pütsch dankte Heike Tafler, dass sie beharrlich für das zweite Standbein gekämpft hat und besonders dem Schulleiter Gerold A. Wendelgaß und Martin Schweikhardt für ihre Überzeugungsarbeit bei den Kollegen der anderen Innungen. Rolf Glatt, stellvertretender Obermeister der Elektroinnung, gratulierte den SHK-Kollegen für die tolle Jugendwerkstatt und zeigte sich überzeugt, dass sich weitere Kollegen dem überzeugenden Konzept anschließen werden.