"Strumbelkirche" in Kehl-Goldscheuern ein lohnendes Ziel




Abbildung 1:  Die Chorwand präsentiert sich nach der Umgestaltung mit einer vergoldeten Kreuzgruppe, die von rosafarbenen Strahlen und einem hervorgehobenen gotischen Spitzbogen mit LED-Beleuchtung optisch herausgestellt wird.
 
Rastatt (hr) – Ein überraschendes Programm hatte Angelika Fritsch im Auftrag des Obermeisters für den Ausflug der ehemaligen Aktiven in der Innung für Klempnerei, Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik Ras-tatt/Baden-Baden/Bühl zusammengestellt. Dass die Busfahrt ins Hanauerland ausgerechnet am heißesten Wochenende des Jahres fällt, war nicht geplant, aber machte der Freude und dem Engagement der Ehemaligen keinen Abbruch.

Bei der Ankunft vor der Maria-Hilf-Kirche fragten sich die rüstigen Senioren, was soll in der im nüchternen Beton-Stil der 60er-Jahre erbauten Kirche zu besichtigen geben?  Von der ehemaligen Pfarrgemeinderätin Johanna Schäfer in die Kirche begleitet, wurde ihnen schnell klar, dass es keine „normale“ Kirche ist. „Eigentlich wollten die Freiburger nach der Zusammenlegung mit der Seelsorgeeinheit Kehl unsere Kirche schließen, aber sie hatten die Rechnung ohne den damals noch funktionierenden Pfarrgemeinderat und dem jungem Pfarrer Thomas Braunstein gemacht“, erzählte sie lebhaft die Geschichte der Kirche, die 1963 eingeweiht und 2010 einer dringenden Renovierung bedurfte. Über einen Kollegen hat der in Offenburg lebende 36-jährige Künstler Stefan Strumbel erfahren, dass die Maria-Hilf-Kirche in Kehl-Goldscheuern fast vollständig ausgeräumt ist und einen neuen Boden und frische Farbe an die Wände bekommen soll. Strubel, der auf der abstrakten Ebene arbeitet, ist mit der Frage „wie weit dürfen Veränderungen in der Kirche gehen“ an Pfarrer Braunstein herangetreten und fand in ihm einen verbündeten. Obwohl die Sanierungskosten für farblich vollkommen neugestalte Kirche von geplanten 90 000 auf über 300 000 Euro gestiegen sind, haben sie das Projekt gemeinsam gestemmt. Heute ist unsere „Strumbelkirche“, wie sie vielerorts nach dem Künstler benannt bezeichnet wird, Ziel von wöchentlich drei Reisegruppen, sagte sie begeistert. Besonders stolz zeigte sich Schäfer von der vom Künstler auf die hintere Wand gesprühte Madonna mit Kind in der Hanauer Tracht mit einem LED Lichtstreifen zur Stirnseite mit dem Tor zum Himmelreich und den mit Blattgold gestalteten Wangen der Fenster mit den Bildern zu Kreuzgangs. „Nein, einen Beichtstuhl haben wir nicht mehr und das Taufbecken hat einen würdigen Platz im vorderen Teil des Altarraums gefunden“, antwortete sie auf Fragen der Besucher. „Vier Wochen vor der Einweihung haben wir dann festgestellt, dass die alten Kirchenbänke nicht mehr in die Kirche passen. Kurzerhand wurden von Stuhlpaten, 180 Euro je Stuhl, neue Stühle für die Kirche produziert und noch rechtzeitig zur Einweihung am 1.7.2011 eingebaut.

Das passiert mir auch selten, dass unsere Besucher das Lied Großer Gott wir loben Dich ohne musikalische Begleitung und Gesangsbuch auswendig singen können, verabschiedete sich die im Gemeindeteam engagierte Führerin, als die SHK-Senioren sich mit dem Lied Großer Gott wir loben Dich für ihre Führung bedankten.

Zu einem Ausflug in ein »grünes Paradies« geriet das zweite von Angelika Fritsch ausgewählte Ziel, die Besichtigung des Schaugartens der Firma Gartenzeiten Schwarz in Zierolshofen. Trefflich diskutierten die passionierten Gärtner über die schier unübersehbare Vielfalt der Pflanzen und nahmen neue Anregungen und  Pflanzen mit.

Viel wurde im Bus und bei den kurzen Pausen über „Alte Zeiten“ geplaudert, sich über gemeinsam erlebte Anekdoten geschmunzelt und die neuen Eindrücke diskutiert. Die Senioren mit ihren Partnerinnen fühlen sich geehrt, dass die Innung die Busfahrt und die Kosten des abschließenden gemeinsamen Abendessen übernommen hat, bei dem es zum ersten Mal ruhig zuging, weil alle ihr Essen fast gleichzeitig bekommen haben. Die Abfahrt verzögerte sich, weil einige der Teilnehmerinnen sich nicht von dem Tierpark trennen konnten, den das extrem kinderfreundliche und empfehlenswerte Gasthaus Traube in Ottersweier-Haft für die Kinder eingerichtet hat.