Gesellen-Prüfausschuss drückt Schulbank

(hr) Wie die bei der Tagung in Kalikut im vergangenen Jahr diskutierte Umstellung von der fächer- zur kundenauftragsorientierten Gesellenprüfung konkret in die Tat umgesetzt werden kann, war das Hauptthema der Besprechung der Mitglieder des Gesellenprüfausschusses und der Fachlehrer an der Gewerbeschule Bühl. Der Vorsitzende der Prüfungskommission Stefan Huck dankte im Namen der SHK-Innung dem Vorsitzenden der Meisterprüfungskommission der Handwerkskammer Karlsruhe Rolf Bodemer für seine erneute Bereitschaft, den Mitgliedern der Prüfkommission insbesondere Tipps zur Gestaltung des 20-minütigen Fachgesprächs zu geben. Im zweiten Teil des Abends stellte Stefan Huck zusammen mit dem Geschäftsführer der SHK-Innung Jürgen Karow die Planungen der „Winter“-Gesellenprüfung vom 18. - 20. Februar an der Gewerbeschule Bühl vor.






Bodemer erinnerte daran, dass in dem Fachgespräch in erster Linie die Kommunikationsfähigkeit des Prüflings gefragt ist. Die drei Mitglieder je Prüfungsgruppe sollen die Schüler in ihren Ausführungen nicht unterbrechen und nur, wenn sie sich „festgefahren“ haben, ihren Fragen als „sach- und fachkundige Kunden“ aus der „Sackgasse“ helfen. Die Prüflinge sollen im Idealfall zunächst von sich aus erklären, wie sie die gestellte Aufgabe gelöst haben. Sie sollen dabei die einzelnen Schritte begründen und erklären, welche anderen Lösungsmöglichkeiten es gegeben hätte und warum sie ihren Lösungsweg gewählt haben. Gemeinsames Ziel der Prüfungskommission sollte sein, dass sich die Prüflinge „fair“ behandelt fühlen. Mit Blick auf die Fachlehrer Eberhardt Brach, Erwin Kühn und Jürgen Jerger sei für ihn wichtig, dass die Schüler auf die neue Prüfungssituation vorbereitet wurden und wissen, dass es bei der „kundenorientierten Prüfung“ kein Frage- und Antwortspiel mehr gibt.

17 Prüflinge, die ein komplettes Berichtsheft vorgelegt und an der Zwischenprüfung teilgenommen haben, treten zur „Winter“-Prüfung an.  Sie wurden in zwei Gruppen aufgeteilt. Jede Gruppe wird von einer dreiköpfigen Kommission im theoretischen und praktischen Teil sowie dem Fachgespräch begleitet. Jeder Prüfer bewertet eigenständig die Leistung. Die drei Noten werden addiert und durch drei geteilt. Daraus ergibt sich nach der Erfahrung von Rolf Bodemer eine faire Note.

Während in der theoretischen Prüfung im Labor der Schule der Prüfling ein Probleme analysieren, bewerten und eine Lösung beschreiben muss, soll er im praktischen Teil in der Werkstatt einen Arbeitsauftrag aus seinem Wahlfach Sanitär oder Heizung abarbeiten und im abschließenden Fachgespräch seine Handlungen erläutern. Stefan Huck dankte den Mitgliedern für ihre engagierte Mitarbeit und betonte, dass es ihm wichtig ist, dass sich Fleiß, korrektes Verhalten und kontinuierliche Mitarbeit der Schüler durch eine entsprechende Wertung „lohnen“ muss.