Dipl.-Ing. Jörg Knapp, SHK Baden-Württemberg



"Damit die Heizung nicht rauscht und pfeift"

...war Thema bei der von Lars Huber organisierten Fachgruppensitzung am 19. Juli in Sandweier.

Dipl.-Ing Jörg Knapp vom Fachverband SHK Baden-Württemberg erläuterte in seinem 2-stündigen, mit zahlreichen Praxisbeispielen gespickten Vortrag, den Begriff „Hydraulischer Abgleich“, ging auf  rechtlichen Aspekte ein und begründete, warum ein hydraulischer Abgleich bei allen Veränderungen an Heizungsanlagen erforderlich ist. Er machte besonders auf die Informationspflicht des Installateurs gegenüber seinem Kunden aufmerksam.

Bei seinem Vortrag wurde klar, dass eine Anlage, bei der ein hydraulischer Abgleich richtig gemacht wurde, mehrere Vorteile bringt: Die Anlage kann mit optimalen Systemtemperaturen und damit mit optimal niedriger Volumenmenge betrieben werden. Daraus können niedrigere Anschaffungskosten bei der Umwälzpumpe und/oder niedrigere Energie- und Betriebskosten resultieren.




Er machte aber auch deutlich, dass kein Weg an einer gründlichen Bestandsaufnahme je beheiztem Raum vorbeiführt und er empfahl eindringlich, externe Planungsleistungen auf ihre Plausibilität zu überprüfen. Ihm ist klar, dass  die Bestandsaufnahme im Neubau relativ leicht ist, aber im Altbau erhebliche Probleme bereiten kann, weil viele Angaben angenommen werden müssen. 





Sofern es sich um reine Gas- oder Ölanlagen in kleinen Wohneinheiten handelt, kann auf eine vereinfachte Heizlastberechnung, beispielsweise mittel Datenschieber, zurückgegriffen werden. Rechnen am PC wird zwingend erforderlich, wenn andere Energieträger oder erneuerbare Energien zusätzlich eingespeist werden. Der Fachverband bietet Kurse zum Einsatz des von ihm empfohlenen PC-Programms an.

Er stellte den Teilnehmern viele Fragen, beteiligte sie aktiv an seinem Vortrag. Beispielsweise, wie kann ich einfach feststellen, ob die Heizflächen zu klein oder zu groß sind, muss die Rücklaufverschraubung eigentlich auch eingestellt werden, warum ist die Rücklauftemperatur so hoch, brauche ich einen Differenzdruckregler, was muss ich bei einem Brennwertgerät beachten, kann ich mit einer zentralen Nachtabsenkung Energie sparen, welche Rolle spielt das Nutzerverhalten, wann ist die Heizkurve richtig eingestellt, wann ist die Förderhöhe der Pumpe zu hoch, wie groß sind die Druckverluste in den Rohrleitungen oder wie ermittle ich am schnellsten die Voreinstellungen am Ventil? Mit den Teilnehmern diskutierte er über die notwendige Dokumentation und die Anforderung der KfW. Mit Beispielen aus seiner Tätigkeit beim Fachverband wusste er zu berichten, dass die KfW stichprobenartige Überprüfungen durchführt und bei mangelnder Ausführung oder Dokumentation die Zuschüsse zurückgezahlt werden müssen. In der Regel musste der Installateur den Kunden den Schaden ersetzen. Er empfahl die vom Fachverband kostenfrei zur Verfügung gestellten Formulare zu nutzen. Mit Blick in die Zukunft informierte er zum Abschluss, dass ab 2020 nur energieeffiziente Pumpen der Energieklasse A in Heizungen eingebaut werden dürfen. Dies gilt auch bei Reparaturen, weshalb es sinnvoll ist, sich rechtzeitig darauf einzustellen. Es besteht sonst die Gefahr, dass Kunden nach wenigen Jahren eine neue Therme kaufen müssen, nur weil die Umwälzpumpe defekt ist und die energieeffiziente Pumpe nicht in das Gehäuse passt. 

Lars Huber dankte dem Referenten und überreichte ihm ein Präsent aus der Region.