Rastatt/Bühl. In der Bühler Gewerbeschule wurde am Samstag das Projekt „Jugendwerkstatt Rastatt“ vorgestellt.

Oberstudiendirektor Martin Schilli begrüßte die Kooperationspartner Hans-Albert Fritsch, Innungsmeister SHK (Sanitär Heizung Klima) Rastatt/Baden-Baden/Bühl und Miguel Rodriguez, Kundenbereichsleiter Kommunale Sozialarbeit der Stadt Rastatt. Über das innovative Konzept, das Rastatter Schülerinnen und Schülern der Klassenstufen sieben und acht die Möglichkeit geben soll, ein handwerkliches Berufsfeld praktisch kennenzulernen, informierten sich Rastatts Bürgermeister Arne Pfirrmann und Joachim Wohlfeil, Präsident der Handwerkskammer Karlsruhe.

„Dieses neue Projekt der Kommunalen Sozialarbeit und der SHK Innung führt junge Menschen frühzeitig an handwerkliche Tätigkeiten heran und fördert somit auch das Interesse an einer zukünftigen Ausbildung“, erläuterte Miguel
Rodrigues die Grundidee der Initiative.
Erste Gespräche hatten im vergangenen Sommer stattgefunden. Bereits im Oktober konnten die Schulsozialarbeiterinnen der beteiligten Rastatter Schulen (Karlschule, Gustav-Heinemann-Schule und August-Renner Realschule),
die Rastatter Jugendförderung und die Gewerbeschule Bühl für das Projekt gewonnen werden, berichtete Rodriguez nicht ohne Stolz.
Unter dem Titel „Pressen, Nieten, Bleche schneiden“ wurde ein fünftägiges Kursangebot entwickelt, das erstmals bis zum vergangenen Wochenende in der Gewerbeschule Bühl umgesetzt wurde.
Insgesamt neun Schülerinnen und Schüler waren an fünf Samstagen in die Lehrwerkstatt der Gewerbeschule Bühl gekommen, um handwerklich
mit Werkstoffen zu arbeiten, wie sie im Arbeitsalltag der Anlagenmechaniker der
Sanitär- Heizungs- und Klimatechnik vorkommen.
Die pädagogische Betreuung hatten die Schulsozialarbeiterinnen Eva-Maria
Hasch, Kathleen Legout und Anke Niggemeyer und eine Mitarbeiterin der Jugendförderung der Stadt Rastatt übernommen. Handwerklich angeleitet wurden die Jugendlichen von Fachlehrer Erwin Kühn und Berufsschülern im ersten
Lehrjahr, die ihre Erfahrungen einbrachten und praktische Tipps gaben. Als Ansprechpartner standen außerdem Gruppenleiter Martin Schweikhardt und andere Mitglieder der Innung zur Verfügung.
Beim Besuch der Schulwerkstatt hatte Hans-Albert Fritsch eine besondere Überraschung für die Workshop-Teilnehmer. Von der Innung gab es Eintrittskarten für den Europapark „als Belohnung für das frühe Aufstehen“ und eine Teilnahmebestätigung für die Bewerbungsunterlagen. Von den aus Metall gefertigten Schaufeln und Blumen zeigte sich auch Rastatts Bürgermeister Arne Pfirrmann beeindruckt. Seinen anerkennenden Worten schloss sich Gewerbeschulleiter Martin Schilli an, der eine rundum positive Bilanz des Projektes zog. „Ihr seid unsere Zukunft“, richtete Handwerkskammer-Präsident Joachim Wohlfeil das Wort an die Jugendlichen. „Wir freuen uns über jeden einzelnen Schüler, der mit Freude ins Handwerk geht“.

Die Kommunale Sozialarbeit der Stadt Rastatt und die SHK-Innung strebe die Nachhaltigkeit des Modellprojekts an, führte Hans-Albert Fritsch weiter aus. Die SHK-Innung plane, das Projekt im gesamten Gebiet der Innung Rastatt, Baden-Baden/Bühl einzuführen. „Um das Spektrum der handwerklichen Berufsbilder
zu erweitern und noch mehr Schülerinnen und Schülern die Teilnahme am Projekt
zu ermöglichen sind weitere Kooperationspartner von großer Bedeutung“, lud der Innungsmeister Interessierte zur Zusammenarbeit ein.

BT-Artikel vom 19.12.2011