Frühjahrs-Gesellenprüfung 

Bei der derzeitigen Gesellenprüfung bestanden 31 von 33 Prüflingen die Gesellenprüfung. Interessant war diese Prüfung auch deshalb, da die Prüflinge im neuen Labor unter modernsten Voraussetzungen geprüft wurden. 

Bühl (wv).– Gasbrenner fauchten, heißes Metall ließ beim Abkühlen Wasser aufzischen, Schneidräder fraßen sich hurtig durch Kupfer, das „Parfüm“ thermisch verschweißter Kunststoffabflussrohre umkräuselte die Nase – mit viel „Action“ wartete die Gesellenprüfung der Innung Sanitär-Heizung-Klima (SHK) Rastatt/Baden-Baden/Bühl auf. 33 Auszubildende stellten sich der praktischen Prüfung in den Labors der Gewerbeschule Bühl, bei der, weil anspruchsvoll, auch die Köpfe rauchten.   
Die Lehrlinge aus dem gesamten Innungsgebiet, Landkreis Rastatt und Stadtkreis Baden-Baden, absolvierten den schulischen Teil ihrer dreieinhalbjährigen dualen Ausbildung an der Gewerbeschule Bühl als Kompetenzzentrum für SHK. Mentale Hochspannung und konzentrierte Handarbeit beherrschten das Labor 224 und die Werkstatt 230 in der Bühler Weststadt. Hier haben die Technischen Lehrer Erwin Kühn und Jürgen Jerger die Lehrlinge die Jahre über schulisch ausgebildet. Nun standen sie organisatorisch der Innung beiseite, die mit ihrem Prüfungsausschuss unter Vorsitz von Michael Kenz die Prüfungen abnahm. Insgesamt acht Prüfer waren seitens der Innung an den fünf Tagen im Einsatz. 
Anspruchsvoll stellen sich die Prüfungen in einem Fachgebiet dar, in dem Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik durch die stürmische technische Entwicklung inzwischen eng miteinander verknüpft sind. Lehrer und Meister betonen übereinstimmend, dass für diese Ausbildung zum SHK-Anlagenmechaniker eine fundierte schulische Bildung Voraussetzung sei. Gute Haupt- und Realschüler stellten das Gros des aktuellen Prüfungsjahrgangs. Im jetzt ersten Lehrjahr absolviert sogar ein Abiturient die Ausbildung. Im Jahr 2003 hatte übrigens der erste Jahrgang des kombinierten Berufsbilds SHK-Anlagenmechaniker seine Ausbildung angetreten, hatte in der einjährigen Berufsfachschule der Gewerbeschule Bühl (vier Tage in der Schule, ein Tag im Betrieb) die Grundlagen erhalten. 
Aus vier Teilen besteht die Gesellenprüfung der SHK-Anlagenmechaniker. Den Planungsteil hatten sie schon zuvor absolviert. Nun folgten die übrigen drei: Das Fachgespräch ging ihrem Wissen auf den Grund. Im so genannten Handlungsfeld demonstrierten die Prüflinge ihre Fähigkeiten, um etwa eine Gas- oder Öl-Brennwertheizung in Betrieb zu nehmen, Fehler zu diagnostizieren, Sicherheitseinrichtungen zu checken, Abgaswerte zu messen und zu dokumentieren.   
Im Ausführungsteil stellten die angehenden Anlagenmechaniker unter Zeitlimit ihre handwerklichen Fertigkeiten unter Beweis. Da war echte Hand- und Kopfarbeit gefragt. Nach einem maßstäblichen Plan, den die Innung vorgab, hatten alle Prüflinge ein vertikales Montagegerüst zu schrauben und darauf mehrfach gewinkelte Anschlussleitungen für eine Gastherme mit Warmwasser- und Heizungsbetrieb zu konfektionieren – mit einer Genauigkeit von plus-minus zwei Millimetern. 
Eben hier war die oben geschilderte „Action“ angesagt: Die Prüflinge fertigten Kupfer-Leitungen für Gasanschlüsse, demonstrierten Weich- und Hartlöten. Die Wasserrohre in der aktuellen Mepla-Technik (Rohre mit den drei Schichten „Kunststoff, Aluminium, Kunststoff“) verbanden sie mittels spezieller Fittings rein mechanisch unter dem genau definierten Druck von Presszangen. Schlussendlich gehören auch noch Elektroinstallationen zur Gesellenprüfung der Anlagenmechaniker: Mit der in diesem Bereich erworbenen Qualifikation können sie ihre Heizungen, Klimaanlagen, Thermen, Solar- oder Pelletanlagen selbst auch elektrisch anschließen.

 

Emsiges Messen, Verpressen, Verschweißen, Löten und Denken: Mit viel „Action“ ging in der Gewerbeschule Bühl die Abschlussprüfung der Innung Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik über die Bühne.(Foto: wv)

 

Genauigkeit ist gefordert: Konzentriert knieten sich die Auszubildenden in die Abschlussprüfung der Innung Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik. (Foto: wv)